Liebe Kunst- und Kulturarbeiter*innen. Auf dieser Seite habt ihr die Möglichkeit, eure Erfahrungen im Zusammenhang mit Jobs im Kunstbetrieb in anonymisierter Form mit anderen zu teilen. Die Beschreibungen sollten 1000 Zeichen nicht überschreiten und werden von uns gelesen und dann ggf. veröffentlicht.
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    „Ein Freund erzählte mir, dass eine Galerie auf der Suche nach Mitarbeiter*innen ist. Ich suchte einen Job und schrieb eine Mail. Zuerst traf ich den Galerieassistenten, dann den Galeristen, mit dem ich einen Stundensatz vereinbarte. Bei meinem ersten Arbeitseinsatz sprach ich mit dem Galeristen nochmal darauf an, der Stundensatz war plötzlich geringer als besprochen.“


    „Ich bewarb mich bei Künstlerinnen XY um eine Assistenz. Die Assistentinnen, die schon dort arbeiteten, luden mich zu einem Gespräch ein. Das Gespräch mit den Assistent*innen war sehr nett. Den Stundenlohn, den sie bekamen, fand ich nicht so gut. Die beiden sahen das auch so, aber XY fänden den OK und würden nicht verhandeln. Einige Tage später bekam ich einen Anruf. Ich sollte den Job nicht bekommen. XY hatten entschieden, dass ein neuer Job geschaffen werden sollte, der ausschließlich aus „billigen“ Arbeiten (Kaffee kochen, zur Post gehen) bestehen und einer Person für „richtig wenig Geld“ angeboten werden sollte.“


    „Maler V. sagt: ich zahle keine Steuern, warum sollte ich? Ich benutze auch keine öffentlichen Verkehrsmittel, ich fahre nur Taxi. Ich zahle sowieso alles selbst. (V. hat drei Wohnsitze und ist nirgends „richtig“ gemeldet)“


    „Ich arbeitete in einer Galerie. Kurz vor einer Eröffnung erstellte ich eine Liste der Werke mit Preisen. Der Galerist kam aus seinem Zimmer und lobte mich. (Ach, toll! Du machst die Liste). Dann ging er wieder in sein Zimmer und brüllte: Mach keinen Fehler!“


    „Eine Sammlerin, bei der ich arbeitete, hat der (prekär lebenden, sehr freundlichen und fleissigen) Künstlerin, die am Empfang gearbeitet hat, zu Weihnachten eine (grobe, selbstgemachte, ziemlich fiese) Zeichnung von einem Kettenhund geschenkt. Das wars.“


    „Als künstlerische Assistent*in für A. habe ich seiner Frau geholfen, den Kita-Antrag auszufüllen. Obwohl sie mit ihm (einem Millionär) zusammen ist, hat sie sich als Alleinerziehend ausgegeben um möglichst viel Zuschuss zu bekommen.“


    „Eine Sammlerin, für die ich arbeitete, besuchte ‚großzügigerweise‘ eine Ausstellung von mir und lobte meine Malereien. Daraufhin wagte ich es, sie nach jahrelanger (prekärer und überaus zuverlässiger) Arbeit zum ersten und einzigen Mal um einen Gefallen zu bitten und sie zu fragen, ob sie mir ein Empfehlungsschreiben für die Rijksakademie schreiben würde. Sie sah mich an, als würde ich ihr einen Topf Scheisse unter die Nase halten. Sie sagte – nichts. Ich bekam ein paar Tage später ein Empfehlungsschreiben. Aber nicht für die Rijks. Sondern für den Job, den ich bei ihr verrichtete. Ich hab mich so geschämt für meine Dummheit, ihr zu vertrauen.“